Sommersemester 2026

Musikwissenschaft

  • Vorlesung

    Brahms’ musikalische Welten

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung über die Lernplattform Glarean
    Unterrichtszeitraum: 21. April 2026 bis 14. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Dienstag 14 bis 16 Uhr, Kollegiengebäude I, Raum 1119
    Zielgruppe: alle
    Modul: Vorlesung
    Abschluss: unbenotet bei Teilnahme, benotet bei Klausur

    Diese Vorlesung führt Sie in die kulturellen Welten ein, aus denen Brahms’ Musik hervorgegangen ist. Grob chronologisch organisiert, betrachtet die Vorlesung Brahms' musikalisches Leben aus verschiedenen Perspektiven: einschließlich persönlicher, beruflicher, kultureller und politischer. Wir konzentrieren uns jede Woche auf ein Hauptwerk und untersuchen Brahms' Beziehungen zur musikalischen Darbietung, den anderen Künsten (einschließlich Literatur und bildender Kunst), wissenschaftlichen Entdeckungen und breiteren historischen Entwicklungen. Wir werden auch Diskussionen über ausgewählte Werke seiner ZeitgenossInnen integrieren, sowohl bekannter als auch vergessener, einschließlich der vielen musikalischen Frauen seiner Zeit.

    Die Unterrichtssprachen sind Englisch und Deutsch. Ein Großteil der Sekundärliteratur ist auf Englisch.

    Literatur
    folgt im März 2026
  • Vorlesung

    Grundfragen der Musikpsychologie

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung über die Lernplattform Glarean
    Unterrichtszeitraum: 15. April 2026 bis 8. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Mittwoch 16:15 bis 17:45 Uhr, Kollegiengebäude I, Raum 1119
    Zielgruppe: offen für alle
    Modul: Musikwissenschaft 1 oder 2
    Abschluss: unbenoteter Schein in Musikwissenschaft (2/3 ECTS); bei Belegung als "Einführung in die Musikwissenschaft" Klausur am Semesterende

    Die Musikpsychologie als Teilgebiet der Systematischen Musikwissenschaft beschäftigt sich mit den individuellen Grundlagen des Musizierens und Musikhörens. Neben dem musikalischen Gedächtnis, der Fähigkeit zur Synchronisation, musikbezogenen Emotionen und der Wahrnehmung von Klangfarben werden auch Themen behandelt wie musikalische Kreativität, absolutes Gehör oder Manipulation durch Musik. Die Vorlesung führt in die Geschichte, Konzepte und Anwendungsfelder der Musikpsychologie ein. Anhand von ausgewählten aktuellen Studien werden grundlegende Forschungsansätze und Methoden vermittelt.

    Anmeldung zur Lehrveranstaltung: Beitritt über GLAREAN (Studierende der Musikhochschule) oder per E-Mail an c.woellner@mh-freiburg.de

    Literatur
    Kopiez, R. & Lehmann, A.C. (2018) (Hg.). Handbuch Musikpsychologie. Hogrefe.
    Hallam, S., Cross, I., & Thaut, M.H. (2014) (eds.). The Oxford Handbook of Music Psychology (2nd ed.). Oxford University Press.
  • Vorlesung

    Improvisieren: Spontane Kreativität in Kunst und Alltag

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung über die Lernplattform Glarean
    Unterrichtszeitraum: 22. April 2026 bis 8. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Mittwoch 18:15 bis 19:45 Uhr, Kollegiengebäude I, Raum 1119
    Zielgruppe: offen für alle
    Modul: MW1, MW2, Wahlbereich
    Abschluss: Unbenoteter Schein bei regelmäßiger aktiver Teilnahme

    Auf den ersten Blick verbinden wir mit dem Begriff „Improvisieren“ spontan wirkende Einfälle im Jazz oder im Improvisationstheater. Doch auch jenseits der Musik und des Theaters enthalten sprachliche Kommunikationsformen und zahlreiche Alltagssituationen improvisatorische Elemente: Auf Grundlage vorhandenen Wissens agieren wir in neuen Situationen und transformieren dabei in unserem Handeln althergebrachte Pfade. Ein differenzierter Blick verdeutlicht die Materialfülle und die Erfahrungsbasis, aus der sich diese spontanen Einfälle speisen. Für die Musik zeigt sich zudem, welche Bedeutung dem Improvisieren in verschiedenen Genres und über viele Jahrhunderte europäischer Musikgeschichte zukommt. Eine umfassende Definition ermöglicht es somit, Improvisieren als Bestandteil kreativen Schaffens generell zu verstehen, als Moment der Inspiration und Kommunikation in künstlerischen und wissenschaftlichen Zusammenhängen.

    Die Ringvorlesung untersucht Improvisieren aus verschiedenen fachlichen Perspektiven und Facetten. Neben zehn Vorträgen von Mitgliedern des FZM und Gästen, die im Hörsaal des Musikwissenschaftlichen Seminars der Universität stattfinden, sind an fünf Montagabenden in der Hochschule für Musik Veranstaltungen mit improvisatorisch-musikalischen Darbietungen oder genreübergreifenden Performances geplant.

  • Vorlesung

    Die Musik des 15. und 16. Jahrhunderts

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung über die Lernplattform Glarean
    Unterrichtszeitraum: 16. April 2026 bis 16. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Donnerstag 12:15 bis 13:45 Uhr, Kollegiengebäude I, Raum 1119
    Zielgruppe: Alle Studiengänge
    Modul: Einführung in die Musikwissenschaft (nur HfM); musikwissenschaftliche Vorlesung
    Abschluss: unbenoteter Schein in Musikwissenschaft; bei Belegung als »Einführung in die Musikwissenschaft« (HfM) Klausur am Semesterende; bei Belegung als »Vorlesung zur Musikgeschichte von 1350 bis 1650« (Uni) Klausur am Semesterende

    Die Vorlesung behandelt überblicksartig die Musikgeschichte des 15. und 16. Jahrhunderts anhand zentraler Stationen, Aspekte und Kontexte der Kompositionsgeschichte. Im Vordergrund steht die historische Entwicklung der Vokalpolyphonie anhand unterschiedlicher geistlicher und weltlicher Gattungen vom frühen 15. Jahrhundert bis zur Spätrenaissance an der Schwelle zum 17. Jahrhundert (v.a. Messe, Motette, Chanson und Madrigal). Dabei werden auch Grundlagen der Musiktheorie der Renaissance behandelt (modales Tonsystem, Notation und Kontrapunktlehre) sowie epochen- und kulturhistorische Kontexte beleuchtet (Humanismus, andere Künste in der Renaissance sowie höfische und kirchliche Rahmenbedingungen).

    Literatur
    Busse Berger, Anna Maria/Jesse Rodin (Hg.) (2015), The Cambridge History of Fifteenth-Century Music, Cambridge.
    Calella, Michele/Lothar Schmidt (Hg.) (2013), Komponieren in der Renaissance. Lehre und Praxis (= Handbuch der Musik der Renaissance, Bd. 2), Laaber.
    Diergarten, Felix (2014), Die Musik des 15. und 16. Jahrhunderts. Eine Einführung, Laaber.
    Lindmayr-Brandl, Andrea (Hg.) (2014), Schrift und Klang in der Musik der Renaissance (= Handbuch der Musik der Renaissance, Bd. 3), Laaber.
    Schmierer, Elisabeth (2016), Geschichte der Musik der Renaissance. Die Musik des 16. Jahrhunderts (= Handbuch der Musik der Renaissance, Bd. 1/2), Laaber.
  • Vorlesung

    Einführung in die Musikwissenschaft (Modul Musikwissenschaft 1)

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung über die Lernplattform Glarean
    Unterrichtszeitraum: 15. April 2026 bis 16. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Modul: Musikwissenschaft 1 (Einführung in die Musikwissenschaft)
    Abschluss: Klausur

    Als "Einführung in die Musikwissenschaft" (= Modul Musikwissenschaft 1) können Sie im Sommersemester 2026 wählen zwischen den folgenden drei Vorlesungen:

    • "Brahms' musikalische Welten" (Prof. Dr. Loges, Di, 14-16h c.t., KG I, HS 1119, Beginn: 21.04., Anmeldung über Glarean) oder
    • "Grundfragen der Musikpsychologie" (Prof. Dr. Wöllner, Mi, 16-18h c.t., KG I, HS 1119, Beginn: 15.04., Anmeldung über Glarean) oder
    • "Die Musik des 15. und 16. Jahrhunderts" (Prof. Dr. Linke, Do, 12-14h c.t., KG I, HS 1119, Beginn: 16.04., Anmeldung über Glarean).

    Bitte  melden Sie sich für eine der Veranstaltungen auf Glarean an. Am Ende der Vorlesung schreiben Sie eine Klausur.

  • Seminar

    Schostakowitschs Symphonien

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung über die Lernplattform Glarean
    Unterrichtszeitraum: 13. April 2026 bis 13. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Montag 10:15 bis 11:45 Uhr, Schöneckstraße 7, Raum 2.008
    Zielgruppe: alle Interessierte
    Modul: Seminar Musikwissenschaft, Seminar Musiktheorie

    Dmitri Schostakowitschs 15 Symphonien zählen zum Kernrepertoire der Orchestermusik des 20. Jahrhunderts. Bisweilen werden sie sogar als letzte gewichtige Beiträge zu einer mit Beethoven beginnenden Symphonie-Tradition angesehen, in der nicht nur musikimmanente Aspekte bedeutsam sind, sondern zugleich weltanschauliche, ja existentielle Themen reflektiert werden. Wir werden uns Schostakowitschs Symphonien aus verschiedenen Perspektiven nähern und musikgeschichtliche, analytische und kulturwissenschaftliche Zugänge miteinander verbinden. Dafür beschäftigen wir uns z.B. mit Schostakowitschs Vorbildern, etwa mit Beethoven und Mahler, mit den spannungsreichen Beziehungen zwischen Schostakowitschs Leben und Werk sowie mit seinen kompositorischen Innovationen und Strategien. 

    Dieses Seminar gilt nicht als Einführung in die Musikwissenschaft. Literatur und Materialien werden zum Teil online bereitgestellt. Das Seminar kann als musiktheoretisches oder musikwissenschaftliches Seminar belegt werden.

    Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. 

    Literatur
    Karen Kopp: Form und Gehalt der Symphonien des Dmitrij Schostakowitsch
    Eric Roseberry : Ideology, style, content, and thematic process in the symphonies, cello concertos, and string quartets of Shostakovich
    Pauline Fairclough and David Fanning (Hrsg.): The Cambridge companion to Shostakovich
    Pauline Fairclough: A Soviet credo : Shostakovich's fourth symphony
    Michael Koball: Pathos und Groteske: die deutsche Tradition im symphonischen Schaffen von Dmitri Schostakowitsch
    David Fanning: The breath of the symphonist : Shostakovich's tenth
  • Seminar

    Encountering Historical Notation

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung per E-Mail an davidwilliamhughes@gmail.com.
    Unterrichtszeitraum: 20. April 2026 bis 20. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Montag 10:15 bis 11:45 Uhr, Kollegiengebäude I, Raum 1119  |  Hinweis: Eine aktive und regelmäßige Teilnahme wird vorausgesetzt. Es sind maximal zwei Fehltermine zulässig.
    Abschluss: benoteter Schein: Klausur (Note); unbenoteter Schein: Klausur (Bestanden/Nicht-Bestanden)

    Before the invention of sound recording at the end of the 19th century, notation was the only way that music could be recorded, reproduced, transported and disseminated.  Notation in Western Europe was developed in the 9th century as a way to standardise and control musical practice within the church; since that time, notation has been inextricably linked to musical style and cultural context.  In order to deeply understand the music of the past, it is therefore necessary to understand how it was written.  In this course, students will learn the techniques and contexts of music notation from the 9th to the 17th centuries, when the notation system we still use today was standardised; this is vital knowledge for the study of Medieval and Renaissance music.

  • Seminar

    Maria – Jungfrau, Mutter, Powerfrau. Theo-musikalische Entwürfe einer Figur

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung per E-Mail an m.walter@mh-freiburg.de.
    Unterrichtszeitraum: 20. April 2026 bis 13. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Montag 14:15 bis 15:45 Uhr, Sonstige Gebäude, Zentrum für populäre Kultur und Musik, Rosastraße 17-19, 79098 Freiburg (Vortragssaal 2. OG)
    Zielgruppe: Der Kurs steht allen Interessierten offen, besonders angesprochen sind die Studierende der Kirchenmusik.
    Abschluss: 3 ECTS mit Referat oder vergleichbare Leistung, 6 ECTS mit zusätzlicher Hausarbeit

    Gemeinsames Seminar mit Prof. Dr. Daniela Blum (Kirchengeschichte, Theol. Fak. der Uni Freiburg) und Prof. Dr. Dr. Michael Fischer (Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Uni Freiburg).

  • Seminar

    Musikkulturen des Mittelmeerraums: Ein Überblick

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung per E-Mail an maraqa@mh-freiburg.de.
    Unterrichtszeitraum: 20. April 2026 bis 20. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Montag 16:15 bis 17:45 Uhr, Kollegiengebäude I, Raum 1119  |  Hinweis: Eine aktive und regelmäßige Teilnahme wird vorausgesetzt. Es sind maximal zwei Fehltermine zulässig.
    Abschluss: ein benoteter Schein: Referat + Hausarbeit; ein unbenoteter Schein: Referat

    Beschreibung folgt bald ...

  • Seminar

    Doktorandenkolloquium

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung über die Lernplattform Glarean
    Unterrichtszeitraum: 21. April 2026 bis 14. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Dienstag 10 bis 12 Uhr, Sonstige Gebäude, online
    Zielgruppe: DoktorandInnen, Masters

    This class is aimed at doctoral and Masters students who wish to survey and discuss latest developments in scholarship and to develop a strong research basis for their PhD work. The course content includes:

    1. Exploring recent music scholarship in various formats, from a wide range of perspectives including künstlerische Forschung / practice research
    2. Undertaking a thorough review of literature, including in non-verbal formats
    3. Devising innovative and open-minded research methodologies
    4. Practising scholarly writing by sharing our work-in-progress, with a focus on developing confidence and clarity
    5. Sharing constructive feedback with each other
    6. Writing conference abstracts and giving a conference paper
    7. Developing strategies on how to plan work and organise time effectively
    Languages of instruction are English and German.

        

  • Seminar

    Licht und Farbe in der Musik

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung per E-Mail an stefanie.steiner-grage@muwi.uni-freiburg.de.
    Unterrichtszeitraum: 21. April 2026 bis 21. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Dienstag 12:15 bis 13:45 Uhr, Kollegiengebäude I, Raum 1119  |  Hinweis: Eine aktive und regelmäßige Teilnahme wird vorausgesetzt. Es sind maximal zwei Fehltermine zulässig.
    Abschluss: ein benoteter Schein: Referat + Hausarbeit; ein unbenoteter Schein: Referat

    Was vielleicht auf den ersten Blick nicht unbedingt nahe verwandt wirkt – Licht und Farbe in der Musik – erweist sich bei näherer Betrachtung als elementarer, bislang wenig in den Blick genommener Baustein kompositorischen Schaffens. Seit der Antike wurde nach gemeinsamen Wurzeln oder Verbindungslinien zwischen den „Schwesterkünsten“ gesucht, später drangen metaphorische Umschreibungen in die Begriffswelt ein (etwa Klangfarbe, helle und dunkle Instrumentierung), Farbclaviere oder gar Farborgeln wurden entworfen und konstruiert. Die Entstehung des Lichts aus Chaos und Dunkelheit („Fiat lux“) fasste schon Joseph Haydn im Oratorium Die Schöpfung (1798) in eine effektvolle Klangszenerie.

    In der Zeit der Romantik strebte man nach dem Ideal der Verschmelzung aller Künste; Wagners Musik ist von Farb- und Lichtmetaphern durchdrungen (Eckart Kröplin betitelte seine 4-bändige Dokumentation über Synästhesien von der Romantik bis zur Moderne gar mit Richard Wagner – Musik aus Licht). Gleichzeitige Sinneswahrnehmungen („Synästhesien“) wurden immer wieder kompositorisch ausgelotet (z.B. von Olivier Messiaen) und Maler schufen Bilder wie „Komposition in Blau“ (Wassily Kandinsky). Ziel des Seminars ist, ein tieferes Verständnis für eine alternative, bislang unterrepräsentierte Denkart jenseits der herkömmlichen chronologischen Epochengliederung zu bekommen.

  • Seminar

    Das italienische Madrigal und Musiktheorie im mittleren 16. Jahrhundert

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung über die Lernplattform Glarean
    Unterrichtszeitraum: 14. April 2026 bis 7. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Dienstag 12:15 bis 13:45 Uhr, Hauptgebäude, Raum 101
    Zielgruppe: Alle Studiengänge; Hauptfach Musiktheorie/Musikwissenschaft
    Modul: Seminar Geschichte der Musiktheorie, Musiktheoretisches Seminar, Musikwissenschaftliches Seminar
    Abschluss: Schriftliche Hausarbeit in Musiktheorie/Musikwissenschaft bzw. mündliche Prüfung (Musikwissenschaft 2)

    Dieses Seminar behandelt einerseits die Entwicklung des italienischen Madrigals im mittleren 16. Jahrhundert sowie andererseits eine zentrale musiktheoretische Quelle aus der frühen zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts: Gioseffo Zarlinos Istitutioni harmoniche (Erstausgabe Venedig 1558), aus der wir Auszüge in deutscher Übersetzung lesen werden, insbesondere zur praktischen Musiktheorie (Modus- und Kontrapunktlehre). Im besonderen Fokus stehen ausgewählte Madrigale und vergleichend auch Motetten von Jacques Arcadelt (1507–68), Adrian Willaert (ca. 1490–62) und Cipriano de Rore (1515/16–65) sowie Zarlinos eigene Kompositionen. 

    Das Seminar kann sowohl in »Geschichte der Musiktheorie« (Hauptfach Musiktheorie) als auch als »Seminar zur Musikgeschichte von 1350 bis 1650« belegt werden (Uni-Studierende Musikwissenschaft) sowie als musiktheoretisches oder musikwissenschaftliches Seminar.

    Literatur
    McKinney, Timothey (2016), Adrian Willaert and the Theory of Interval Affect: The Musica nova Madrigals and the Novel Theories of Zarlino and Vicentino, London.
    Owens, Jessie Ann/Katelijne Schiltz (Hg.) (2016), Cipriano de Rore. New Perspectives on his Life and Music, Turnhout.
    Pradella, Jonathan (Hg.) (2022), Musico perfetto, Gioseffo Zarlino. His Time, his Work, his Influence, Venice.
    Schiltz, Katelijne (Hg.) (2018), A Companion to Music in Sixteenth-Century Venice, Leiden/Boston.
    Schmierer, Elisabeth (2016), Geschichte der Musik der Renaissance. Die Musik des 16. Jahrhunderts (= Handbuch der Musik der Renaissance, Bd. 1/2), Laaber.
    Zarlino, Gioseffo (2022), Le istitutioni harmoniche, 4 Bde., Venedig 1558, übersetzt von Christoph Hohlfeld, hg. von Markus Engelhardt und Christoph Hust, Rom/Leipzig, digital unter: https://zenodo.org/records/14975549
  • Seminar

    Psychologische Grundkonzepte und ihre Anwendung in der Musikpraxis

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung über die Lernplattform Glarean
    Unterrichtszeitraum: 14. April 2026 bis 7. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Dienstag 14:15 bis 15:45 Uhr, Schöneckstraße 7, Raum 108
    Zielgruppe: offen für alle
    Modul: Musikwissenschaft 1 oder 2
    Abschluss: Teilnahmeschein; benoteter Schein bei Referat und Hausarbeit

    Die Psychologie beschäftigt sich damit, menschliches Erleben und Verhalten zu beschreiben, zu erklären und vorherzusagen. Dieses Erleben und Verhalten findet auf zahlreichen Ebenen statt und kann anhand verschiedener „Grundkonzepte“ beleuchtet werden. Dazu zählen etwa Persönlichkeit, Motivation, Emotion oder Lernen. Ziel dieses Seminares ist es, einen allgemeinen Einblick in diese Grundkonzepte zu geben und deren Anwendung in der Musikpraxis zu betrachten und zu diskutieren. Was ist Persönlichkeit und gibt es z.B. eine Musikerpersönlichkeit? Was versteht man unter Motivation und wie hilft sie mir beim Üben? Was sind Emotionen und wie löst Musik diese aus? Anhand empirischer Forschungsliteratur gehen wir diesen und weiteren Fragen auf den Grund und verbinden somit Theorie mit praktischer Anwendung. Gleichzeitig sollen dabei auch die eigenen Erfahrungen mit dem Musizieren reflektiert und diskutiert werden.

  • Seminar

    Classical Music and Intercultural Thought

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung über die Lernplattform Glarean
    Unterrichtszeitraum: 22. April 2026 bis 15. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Mittwoch 8 bis 10 Uhr, Hauptgebäude, Raum 101
    Zielgruppe: alle
    Modul: Seminar
    Abschluss: unbenotet bei Teilnahme, benotet bei Referat+Hausarbeit

    Dieser Kurs untersucht, wie klassische Musik, die zwischen nationalen Kulturen angesiedelt ist, sowohl theoretisiert als auch komponiert wird. Durch genaue Lektüre von Schlüsseltexten und Betrachtung ausgewählter Werke werden wir untersuchen, wie nationale und transnationale Kulturen sowohl im Allgemeinen als auch in musikalischen Begriffen definiert werden. Wir werden die Implikationen dieser Definitionen für unsere Praxis als Musiker erkunden, einschließlich der Frage, wie wir solche Musik in publikumsorientierten Texten wie Programmheften, Konzerteinführungen und Vermittlungsveranstaltungen integrieren und darüber schreiben.

    Unterrichtssprache: Deutsch/Englisch.

    Literatur
    to be supplied
  • Seminar

    Einführung in die künstlerische Forschung

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung über die Lernplattform Glarean
    Unterrichtszeitraum: 22. April 2026 bis 15. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Mittwoch 10 bis 12 Uhr, Hauptgebäude, Raum 101
    Zielgruppe: alle
    Modul: Seminar
    Abschluss: unbenotet bei Teilnahme, benotet bei Referat + Hausarbeit

    Artistic research, or practice research, is a long-established scholarly discipline, although it is becoming increasingly widespread in Germany. Artistic research trains musicians to understand and reflect upon their own artistry, but it also offers methods useful to other researchers. This course introduces you to a wide range of research methods to gain different kinds of knowledge. It is a good preparation for future doctoral study.

    We will cover the following:

    1. What is a musician’s knowledge?
    2. How can we observe and analyse the knowledge in our performances?
    3. How can we use research to inspire new forms of creativity?
    4. How can we integrate artistic research with traditional modes of research, so as to reach the widest audience?
    5. How can we present artistic research effectively?

  • Seminar

    Pop, Protest, Provokation. Songs und Gesellschaft 1950 bis 2000

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung über die Lernplattform Glarean
    Unterrichtszeitraum: 20. April 2026 bis 17. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Mittwoch 10:15 bis 11:45 Uhr, Zentrum für Populäre Kultur und Musik, Rosastraße 17-19, 79098 Freiburg, 2. OG
    Abschluss: 3 ECTS (Referat oder vergleichbare Leistung) und 6 ECTS (Hausarbeit oder vergleichbare Leistung)

    Ob für Bürgerrechte oder die Umwelt – populäre Songs können eine große Kraft entfalten und zum Ausdruck gesellschaftlicher Strömungen werden. Das Seminar untersucht die Geschichten von Pop- und Folksongs, die in der Gegenkultur der 1960er-Jahre, in den Protestbewegungen der Neuen Sozialen Bewegungen, in der Punk-/ Hausbesetzungsszene oder anderen gesellschaftlich-politischen Kontexten populär wurden. Die Lieder werden im Hinblick auf unterschiedliche Schwerpunkte (Medialität, musikalisch-/intertextuelle Bezüge oder historische Singanlässe/Kontexte usw.) untersucht. Ausgewählte Lieder sollen einen Bezug zur Region Freiburg haben, sodass auch historisch-archivalische und empirisch-qualitative Arbeitsweisen (Archivquellen, themenzentrierte Interviews) vertieft werden können. Das Seminar findet in Kooperation mit dem Freiburger Archiv Soziale Bewegungen statt.

  • Seminar

    Musikstadt Wien um 1800

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung per E-Mail an stefanie.steiner-grage@muwi.uni-freiburg.de.
    Unterrichtszeitraum: 22. April 2026 bis 22. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Mittwoch 10:15 bis 11:45 Uhr, Kollegiengebäude I, Raum 1119  |  Hinweis: Eine aktive und regelmäßige Teilnahme wird vorausgesetzt. Es sind maximal zwei Fehltermine zulässig.
    Abschluss: ein benoteter Schein: Referat + Hausarbeit; ein unbenoteter Schein: Referat

    Nicht nur zur Zeit der (sprichwörtlichen) »Wiener Klassik« war die Donaumetropole Wien das Zentrum des europäischen Musiklebens. Im Seminar tauchen wir ein in das Panorama einer aufblühenden Stadt mit einer geradezu überreichen musikalischen Kultur. Doch was im Nachhinein so „klassisch“ geglättet erscheint, war seinerzeit geprägt von zahlreichen Umwälzungen (Josephinische Reformen, Säkularisierung, Staatsbankrott, Besetzung durch Napoleons Truppen, Befreiungskriege und Wiener Kongress, letzterer jäh beendet durch Fürst Metternichs Restauration…).

    Zu fragen ist, welchen Einfluss die derart bewegten Zeitumstände auf das Musikleben hatten, z.B. auf die Herausbildung neuer Institutionen (Musikzeitschriften, Konzertorte, bürgerliches Konzertwesen), auf das kompositorische Schaffen (Rückgang der Kirchenmusik) oder für die Entstehung neuer Gattungen (z.B. Singspiel oder Kunstlied)? Und welche Musiker:innen wirkten noch neben Haydn, Mozart, Beethoven und Schubert im Wien des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts? Welche heute vergessenen Werke waren damals populärer als die „Wiener Klassiker“?

  • Seminar

    Musikjournalismus

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung per E-Mail an stefanie.steiner-grage@muwi.uni-freiburg.de.
    Unterrichtszeitraum: 22. April 2026 bis 22. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Mittwoch 12:15 bis 15:45 Uhr, Kollegiengebäude I, Raum 1119  |  Hinweis: 14-tägigen Rhythmus, weitere Termine folgen.
    Abschluss: unbenoteter Schein für regelmäßige Anwesenheit und aktive Mitarbeit

    Das Thema „Schreiben“ gewinnt derzeit aufgrund der sich durch die Künstliche Intelligenz (KI) fast schon disruptiv verändernden Praktiken und Routinen immer mehr an Relevanz, geht es doch darum, die tradierte Kulturpraxis des eigenständigen, kritischen Verfassens von qualifizierten Texten nicht gänzlich einer maschinellen, auf Wahrscheinlichkeiten bei der Wortfolge beruhenden Technik zu überlassen.

    Im Seminar üben wir, Texte (wieder) selbst zu verfassen, statt maschinell erstellte Textschnipsel unkritisch aneinander zu reihen. Eigene Meinungen und/oder eigene Argumentationsgänge fundiert und überzeugend darzulegen ist eine Kunst, die vieler Übung bedarf – aber auch unerlässlich für jede Arbeit mit Texten ist, sei es nun im journalistischen oder im wissenschaftlichen Bereich.

    Unterstützen wird uns bei einigen Terminen Frau Dr. Lotte Thaler, bekannt als SWR-Musikredakteurin, Musikjournalistin, Autorin und Programmplanerin (derzeit ist sie gemeinsam mit Prof. Dr. Jean-Christophe Dijoux künstlerische Leiterin der Schlosskonzerte Bad Krozingen). Auf der Basis ihrer langjährigen Erfahrung wird uns Lotte Thaler an das Thema Musikjournalismus theoretisch wie praktisch heranführen. Geplant sind auch ein bis zwei gemeinsame Konzertbesuche, nach denen alle Seminar-TN unmittelbar im Anschluss eigene Kritiken verfassen und zur Diskussion stellen werden.

    Blocktermine etwa im 14-tägigen Rhythmus (mittwochs 12–16 Uhr), voraussichtlicher Beginn am 22. April. Weitere Termine folgen. Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt (Warteliste); regelmäßige Anwesenheit und aktive Mitarbeit werden erwartet.

  • Seminar

    Verstehen und Analysieren von Musik – Konzepte und Methoden der Musikanalyse

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung über die Lernplattform Glarean
    Unterrichtszeitraum: 15. April 2026 bis 8. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Mittwoch 12:15 bis 13:45 Uhr, Hauptgebäude, Raum 101
    Zielgruppe: Alle Studiengänge
    Modul: Musiktheoretisches Seminar, Musikwissenschaftliches Seminar
    Abschluss: Schriftliche Hausarbeit in Musiktheorie/Musikwissenschaft bzw. mündliche Prüfung (Musikwissenschaft 2)

    In diesem Seminar werden grundsätzliche Fragen, Konzepte und Methoden der Musikanalyse behandelt, insbesondere mit Blick auf das Verhältnis von Verstehen und Analysieren von Musik. Dabei soll zum einen ein historisch-systematischer Überblick über ausgewählte Analysemethoden erarbeitet werden (z.B. zu den Aspekten Form/Zeitverlauf, Harmonik/Tonhöhenorganisation, Klang/Interpretation/Performance, Expressivität/hermeneutischer Sinn/Narrativität). Zum anderen sollen wissenschaftstheoretische Voraussetzungen und Kontexte musikalischer Analyse reflektiert werden: Was ist jeweils das Erkenntnisinteresse unterschiedlicher Analysemethoden? Inwiefern ist musikalisches Analysieren von der Rezeptionsgeschichte musikalischer Werke und Diskursen in der Musikforschung und Musikästhetik geprägt (z.B. Posthermeneutik, Musik und Gender, Artistic Research)? Im Fokus stehen immer auch konkrete Musikbeispiele schwerpunktmäßig aus dem 19. und 20. Jahrhundert, an denen Potentiale und Grenzen des musikanalytischen Sprechens und Schreibens über Musik aufgezeigt werden sollen.

    Literatur
    Calella, Michele/Nikolaus Urbanek (Hg.) (2013), Historische Musikwissenschaft. Grundlagen und Perspektiven, Stuttgart/Weimar.
    Jeßulat, Ariane/Oliver Schwab-Felisch, Jan Philipp Sprick und Christian Thorau (Hg.) (2025), Handbuch Musikanalyse. Pluralität und Methode, Kassel/Berlin.
  • Seminar

    Musik und Sprache: Struktur, Expression, Rezeption

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung über die Lernplattform Glarean
    Unterrichtszeitraum: 16. April 2026 bis 9. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Donnerstag 10:15 bis 11:45 Uhr, Schöneckstraße 7, Seminarraum
    Modul: Musikwissenschaft 1 oder 2
    Abschluss: 2 oder 3 ECTS. Unbenoteter Schein in Musikwissenschaft, bei Referat und Hausarbeit benoteter Schein

    Musik und Sprache weisen zahlreiche Parallelen auf: Beide sind zeitlich-rhythmisch strukturiert und müssen als grundlegende menschliche Kommunikationsformen bis zu einem gewissen Grad erlernt werden. Während die Teilhabe an Sprachkommunikation implizit oder explizit erworbenes lexikalisch-grammatisches Wissen erfordert, scheinen einige musikalische Genres über alle Sprachbarrieren hinweg zumindest konsumierbar zu sein – durch globales Streaming mehr als je zuvor. Lassen sich auf phonetischer, syntaktischer und semantischer Ebene Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Kommunikationsformen Sprache und Musik ausmachen? Beeinflusst die Muttersprache von Komponisten deren Kompositionen? Was verstehen wir unter Turn-Taking in beiden Kommunikationsformen? Im Seminar werden wir diese und weitere Fragen diskutieren und uns dabei auch künstlerischen Grenzbereichen zwischen Musik und Sprache zuwenden.

    Anmeldung zur Lehrveranstaltung: Beitritt über Glarean (Studierende der Musikhochschule) oder per E-Mail an c.woellner@mh-freiburg.de

  • Seminar

    Populäre Musik in Deutschland von 1945 bis zur Beat-Welle

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung per E-Mail an knut.holtstraeter@zpkm.uni-freiburg.de.
    Unterrichtszeitraum: 23. April 2026 bis 23. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Donnerstag 10:15 bis 11:45 Uhr, Sonstige Gebäude, Seminarraum des "Zentrum für Populäre Kultur und Musik" (Rosastraße 17-19)  |  Hinweis: Eine aktive und regelmäßige Teilnahme wird vorausgesetzt. Es sind maximal zwei Fehltermine zulässig.
    Abschluss: ein benoteter Schein: Referat + Hausarbeit; ein unbenoteter Schein: Referat

    In diesem Seminar soll ein Überblick über die populäre Musik in Deutschland von 1945 bis zur sog. Beat-Welle gegeben werden. Die Geschichte der populären Musik in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg ist einerseits durch die Befreiung und Besatzungszeit der Alliierten und der Sowjetunion gekennzeichnet, zum anderen aber auch durch die weiterhin bestehende Einheit als Sprach- und Kulturraum sowie als (teilweise) gemeinsamer Wirtschaftsraum. Der Einfluss der USA, Frankreichs, Großbritanniens, aber auch des Ostblocks, lässt sich in vielfältiger Weise musikalisch nachvollziehen.

    Dass die Befreiung Nazi-Deutschlands durch die vier Kriegsmächte keineswegs als „Stunde Null“ zu bezeichnen ist, wird an Biographien vieler Musiker deutlich, die die Entnazifizierung schadlos überstanden haben und im neuen Staatengefüge ihre Tätigkeit einfach fortführen konnten. Ebenso sind die musikstilistischen Brüche vor und nach 1945 nicht so groß, wie die Zeitläufte suggerieren.

    Die Musikgeschichtsschreibung der Nachkriegszeit steht stark unter der Dichotomie Subkultur und Mainstream. Dies lässt sich auch an Musikstilen wie dem Swing, dem Jazz, dem Rock’n’Roll, dem Blues, dem Chanson, dem Skiffle und anderen musikalischen Genres beobachten. Über all dem steht als feste Größe und Richtmaß der Schlager, das wandelbare deutsche Musikgenre, dessen industrieller Komplex alle neuen Strömungen aufzunehmen und für die deutsche Gesellschaft umzuwandeln wusste.

    Die Beat-Welle aus Großbritannien bietet sich für das Seminar als klarer musikstilistischer und gesellschaftlicher Endpunkt der Beobachtung an, denn mit der Beat-Musik scheinen sich die Jugendkulturen nun vollends als Subkulturen zu begreifen und von der Unterhaltungsmusik und vom Schlager abzugrenzen. Dennoch ist es sinnvoll, die Beatmusik und ihren Einfluss auf den Musikmarkt bzw. den Mainstream bis Ende der 1960er Jahre zu verfolgen.

    Anhand von bekannten (und unbekannteren) Musiker*innen und an der Musikkultur Beteiligten und Institutionen wie Plattenlabels sowie Radio- und Fernsehsender soll ein Kaleidoskop entwickelt werden, welches einerseits die Musik in ihrem künstlerischen und kulturellen Gehalt wertschätzt und andererseits ihre Eingebundenheit in die ökonomischen, politischen und sozialen Entwicklungen der damaligen Zeiten berücksichtigt.

  • Seminar

    Monteverdis Marienvesper

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung per E-Mail an stefanie.steiner-grage@muwi.uni-freiburg.de.
    Unterrichtszeitraum: 23. April 2026 bis 23. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Donnerstag 10:15 bis 11:45 Uhr, Kollegiengebäude I, Raum 1119  |  Hinweis: Eine aktive und regelmäßige Teilnahme wird vorausgesetzt. Es sind maximal zwei Fehltermine zulässig.
    Abschluss: ein benoteter Schein: Referat + Hausarbeit; ein unbenoteter Schein: Referat

    Drei Jahre nach der gefeierten Uraufführung seines Orfeo – einer der ersten „Opern“ überhaupt – steckte der knapp 40-jährige Claudio Monteverdi in der Krise. Verantwortlich für die ganze Unterhaltungsmusik am Hof zu Mantua waren seine Künste zwar permanent gefragt, doch sein Dienstherr Vincenzo Gonzaga, der eine Schwäche für prunkvolle Feste hatte, zahlte seine Musiker nur unregelmäßig. Nach einem Zusammenbruch beschloss Monteverdi, sich nach Rom in Richtung Papsthof zu orientieren; allerdings hatte er sich bislang nur selten mit geistlicher Musik beschäftigt. Auf eigene Faust, ohne äußeren Kompositionsauftrag beginnt Monteverdi großartige Kirchenmusik zu komponieren: eine Messe in altem Stil (dieser Titel wird in großen Lettern das Titelblatt der neuen Komposition zieren) und eine groß angelegte Vesper zu Ehren Marias.

    Auf eigene Kosten bereitet Monteverdi geradezu strategisch den umfangreichen Druck vor und reist damit nach Rom, weil er sein neues Werk keinem Geringeren als dem Papst selbst widmen will! Monteverdi gilt freilich so manchem in kirchlichen Kreisen als allzu innovativer Neutöner, der sich nicht an althergebrachte Regeln halte… der detaillierte Blick auf die vielen Teile der umfangreichen, komplexen Marienvesper wird ans Licht bringen, wie Monteverdi die Regeln immer wieder auf höchst kunstvolle Art und Weise unterlief (so ersetzte er etwa die schlichten, von einem zum nächsten Psalm überleitenden Antiphonen kurzerhand durch virtuose geistliche Concerti oder flicht in den vom Chor sehr schlicht auf einem einzigen Akkord deklamierten Eröffnungschor die Toccata ein, welche auch schon den Orfeo eröffnet hatte). Die Marienvesper steckt voll von ungewöhnlichen, neuen kompositorischen Verfahren und Finessen, die wir im Seminar ans Licht heben wollen.

  • Seminar

    Afrikanische Musikinstrumente

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung per E-Mail an maraqa@mh-freiburg.de.
    Unterrichtszeitraum: 23. April 2026 bis 16. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Donnerstag 14:15 bis 15:45 Uhr, Kollegiengebäude I, Raum 1119  |  Hinweis: Eine aktive und regelmäßige Teilnahme wird vorausgesetzt. Es sind maximal zwei Fehltermine zulässig.
    Abschluss: ein benoteter Schein: Referat + Hausarbeit; ein unbenoteter Schein: Referat

    Musikinstrumente sind ein universeller Bestandteil der menschlichen Kultur. Das Studium von Musikinstrumenten hinsichtlich ihrer Geschichte, sozialen Funktion, Konstruktion und Beziehung zur Aufführung ist Gegenstand der Instrumentenkunde bzw. Organologie. Das Seminar befasst sich instrumentenkundlich mit den afrikanischen Musikinstrumenten. Der Titel mag jedoch problematisch sein, da Afrika weder eine kulturelle, ethnisch-demographische noch eine klimatische Einheit darstellt. Der Begriff „Musikinstrument“ setzt eine Definition von Musik voraus, die nicht in allen afrikanischen Sprachen und kulturellen Konzepten vorhanden ist. Es gibt kein Wort, das dem westlichen Konzept von hörbarer „Musik“ direkt entspricht. Stattdessen gibt es verschiedene Begriffe, die jeweils ein spezifisches Verhalten wie Singen, Tanzen und Instrumentenspiel umfassen. Auditive und kinetische Inhalte sind in der Klanggestaltung eng miteinander verbunden. Solche Praktiken sind somit in erster Linie körperbezogen.

    In Afrika werden Musikinstrumente oft als Verlängerung des menschlichen Körpers wahrgenommen. Sie sind nicht bloß Werkzeuge zum Musikmachen, sondern kulturelle Artefakte und symbolische Objekte, die Klänge und Geräusche erzeugen und vielfältige Bedeutungen haben. Sie werden aus Materialien hergestellt, die in der natürlichen Umgebung vorhanden sind. Magisch-religiöse Vorstellungen tragen neben dem technologischen Niveau einer sozialen Gruppe wesentlich zum Erscheinungsbild von Instrumenten bei. Insbesondere Instrumente mit anthropomorphen und zoomorphen Figuren werden Kräfte zugeschrieben und die Fähigkeit, das Bewusstsein durch ihre Präsenz und die erzeugten Klänge zu verändern. Der Besitz oder das Spielen eines solchen Instruments kann Macht verleihen. Instrumentalklänge sind in Afrika für viele religiöse und säkulare Rituale unverzichtbar. In einigen Fällen haben Instrumente sogar semantische telekommunikative Funktionen und in anderen Fällen erlangen sie einen ikonischen Status.

    Dieses Seminar bietet einen Überblick über die verschiedenen Arten und Formen afrikanischer Musikinstrumente. Es werden nicht nur die morphologischen Aspekte, sondern auch der soziale, kulturelle und religiöse Kontext der Instrumente als Funktions- und Bedeutungsträger betrachtet. Dabei werden sowohl die synchrone geographische Verbreitung als auch die diachronen interkulturellen Transferprozesse der Instrumente innerhalb des Kontinents und über seine Grenzen hinaus thematisiert. Der Beschäftigung mit Musikinstrumenten liegt das Hornbostel-Sachs-Klassifikationssystem zugrunde. Im Seminar werden jedoch auch verschiedene indigene Klassifizierungssysteme betrachtet, die sich an anderen Merkmalen wie Bauweise, mythologischen Konzepten, musikalischer oder gesellschaftlicher Funktion orientieren. Das Seminar beschäftigt sich außerdem mit afrikanischen Musikinstrumenten als kunsthandwerklichen Objekten und ornamentalen Motiven für verschiedene Kunst- und Alltagsgegenstände.

    Literatur
    Die verschiedenen Beiträge zu Musik und Musikinstrumenten in afrikanischen Kulturen in MGG-Online, Grove Music Online, oder im ersten Band der Garland Encyclopedia of World Music.
  • Seminar

    Einführung in die Ethnomusikologie

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung per E-Mail an maraqa@mh-freiburg.de.
    Unterrichtszeitraum: 24. April 2026 bis 24. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Freitag 10:15 bis 11:45 Uhr, Kollegiengebäude I, Raum 1119  |  Hinweis: Eine aktive und regelmäßige Teilnahme wird vorausgesetzt. Es sind maximal zwei Fehltermine zulässig.
    Abschluss: ein benoteter Schein: Referat + Hausarbeit; ein unbenoteter Schein: Referat

    Als Unterdisziplin der Musikwissenschaft befasst sich die Ethnomusikologie (Musikethnologie) in Forschung und Lehre mit dem Studium der Musikkulturen der Welt. Ihr Gegenstand ist jede Art der menschlichen Beschäftigung mit der Musik und der damit hervorgebrachten kulturellen Wertschöpfungen. Nicht nur die Musik als Klangphänomen bzw. das musikalische Produkt steht im Fokus der Betrachtung, sondern auch alle damit verbundenen Prozesse der menschlichen Produktion und Rezeption. Mit anderen Worten: Um musikalische Strukturen verstehen zu können, ist es notwendig, vorerst die kulturellen Konzepte der Menschen verstehen zu lernen, die diese Strukturen hervorbringen. Dazu verknüpft die Ethnomusikologie musikologische mit anthropologischen Forschungsmethoden.Neben einem historischen Überblick über die Entwicklung dieses Faches von den Anfängen bis hin zu den heutigen Forschungsausrichtungen, widmet sich das Seminar anhand ausgewählter Regionalfallstudien der kritischen Besprechung der Arbeitsgebiete, Methoden, Theorien und Ziele der Ethnomusikologie.Ziel des Seminars ist es, die Studierenden für das Nebeneinanderstehen verschiedener musikästhetischer Konstrukte und Weltvorstellungen von Musik zu sensibilisieren, und sie dazu zu bewogen, Musik als Mittel der Kommunikation und im funktionalen Kontext kultureller Vielfalt zu begreifen.

    Literatur
    H. Myers (Hrsg.): Ethnomusicology. An Introduction, London: Macmillan 1992.
    T. Rice: Ethnomusicology. A Very Short Introduction, Oxford u. a.: Oxford University Press 2014.
    A. Simon: Ethnomusikologie. Aspekte, Methoden und Ziele, Berlin: Simon Verlag für Bibliothekswissen 2008.
  • Kolloquium

    Musikwissenschaftliches Kolloquium

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung per E-Mail an c.woellner@mh-freiburg.de.
    Unterrichtszeitraum: 14. April 2026 bis 7. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Dienstag 16:15 bis 17:45 Uhr, Kollegiengebäude I, Raum 1119
    Zielgruppe: offen für alle Interessierten und fortgeschrittene Studierende
    Modul: anrechenbar für Musikwissenschaft 2 (unbenotet) und für den freien Wahlbereich
    Abschluss: 2 ECTS

    Im gemeinsamen musikwissenschaftlichen Kolloquium der Hochschule für Musik Freiburg und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg stellen Wissenschaftler/-innen, fortgeschrittene Studierende (Promovierende, Examenskandidaten/-innen) sowie auswärtige Gäste ihre aktuellen Forschungen vor. Das Themenspektrum reicht von musikhistorischen, systematischen, musikethnologischen Bereichen des Fachs bis hin zu Fragen der Musikästhetik und Popularmusikforschung. 

    Bei regelmäßiger Teilnahme kann ein unbenoteter Schein (2 ETCS) ausgestellt werden.