Wintersemester 2026/2027

Veranstaltungen von Stefanie Steiner-Grage

  • Vorlesung

    Musikgeschichte von 1600 bis 1850 im Überblick

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung per E-Mail an stefanie.steiner-grage@muwi.uni-freiburg.de.
    Unterrichtszeitraum: 20. Oktober 2026 bis 9. Februar 2027  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Dienstag 10:15 bis 11:45 Uhr, Kollegiengebäude I, HS 1119
    Zielgruppe: Für alle BA- und MA-Studierenden
    Abschluss: Unbenoteter Schein mit 2 ECTS-Punkten (Klausur)

    Die Vorlesung gibt einen Überblick über die Musikgeschichte vom 17. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts – ein Zeitraum voller disparater historischer Ereignisse und gesellschaftlicher Wandlungsprozesse. Auch musikalisch kommt es zu zahlreichen Neuerungen: Im 17. Jahrhundert formen und etablieren sich Gattungen wie Oper, Oratorium, Konzert, Suite. Der durchgehende Generalbass wird bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts zum Fundament des Komponierens, die Affektenlehre hat zum Ziel, durch eine mit rhetorischen Figuren angereicherte Musik menschliche Emotionen unmittelbar auf die Zuhörer zu übertragen. Gleichzeitig prägt ein dicht gewobener polyphoner Kontrapunkt etwa die Werke von Bach. Nach einer Übergangsphase (umschrieben mit Begriffen wie „Empfindsamkeit“ oder „Sturm und Drang“) sind es namentlich die Komponisten Haydn, Mozart und Beethoven, die im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts zur Herausbildung eines „klassischen“ Stils beitragen. Doch bereits in den Jahren um 1800 dringt, ausgehend von der gleichnamigen literarischen Bewegung, die „Romantik“ auch in die Musik ein und öffnet die Tore zu einer immer (klang)farbenreicheren Harmonik, die im Verlauf des 19. Jahrhundert mit konstanter Besetzungssteigerung einhergehen wird. 

    Ausgewählte musikalische Beispiele, welche im sozialen und historischen Kontext ihrer Entstehungszeit betrachtet werden, sollen die Entwicklung der europäischen Musik von 1600 bis ca. 1850 verdeutlichen.

  • Seminar

    "Unbekannte" Werke Ludwig van Beethovens

    Fachbereich: Musikwissenschaft
    Anmeldeverfahren: Anmeldung per E-Mail an stefanie.steiner-grage@muwi.uni-freiburg.de.
    Unterrichtszeitraum: 20. Oktober 2026 bis 9. Februar 2027  |  2 Semesterwochenstunden
    Wöchentliche Termine: Dienstag 12:15 bis 13:45 Uhr, Kollegiengebäude I, HS 1119
    Zielgruppe: Für alle BA- und MA-Studierenden
    Abschluss: unbenoteter Schein bei regelmäßiger Teilnahme, benoteter Schein bei Referat und Hausarbeit

    Ludwig van Beethoven, auf dessen 200. Todestag wir im Jahr 2027 zurückblicken können, scheint uns bestens vertraut. Doch monumentale Werke wie „die Neunte“, welche inzwischen zur Europahymne avanciert ist, überstrahlen ein deutlich breiter gefächertes Œuvre. Auf Beethovens in ihrer Zeit überaus erfolgreiche „Schlacht-Sinfonie“ Wellingtons Sieg oder die Schlacht von Vittoria op. 87 wird naserümpfend als „Verirrung“ und „unwürdiges Machwerk“ geblickt; das Oratorium Christus am Oelberge scheint eine aus der Zeit gefallene Kuriosität, von den Bühnenmusikwerken kennt man allenfalls noch die Ouvertüren zu Egmont und Coriolan. Aber wer weiß schon, dass Beethoven auch äußerst fasziniert war von schottischen und walisischen Volksliedern, von denen er ganze Bände mit Bearbeitungen in Druck gab? Wer kennt seine Militärmusik-Märsche oder andere Gelegenheitswerke wie etwa die Kantate Der glorreiche Augenblick oder seine Variationen über Rule Britannia bzw. über den „Schneider Kakadu“? Die Chorfantasie oder die Ballettmusik zu Die Geschöpfe des Prometheus? Das Konzert für Oboe und Orchester? Oder gar die „Elegie auf den Tod eines Pudels?

     Im Seminar unternehmen wir eine musikalische Entdeckungsreise, um solche Repertoire-Lücken schließen und dabei viel über Beethovens Leben in bewegten Zeiten zu erfahren.