Veranstaltungen von Agnieszka Budzinska-Bennett

Seminar

Mozarts Da Ponte-Opern

Start: 26.04.2022
Tag: Dienstag 12:00–14:00
Raum: HS 1119
Zielgruppe:

Für alle Interessierten, Voraussetzung ist die abgeschlossene Einführungsveranstaltung der Musikhochschule. Wenn Sie die Veranstaltung besuchen möchten, wenden Sie sich bitte vorab an die Dozierenden.

Modul:
Abschluss:

Abschluss: benoteter Schein.

Mozart und sein schillernder Meisterlibrettist Lorenzo Da Ponte schufen mit «Le nozze di Figaro», «Don Giovanni» und «Così fan tutte» eine Trilogie, die zum absoluten Opernkanon gehört. In seiner Vorrede zum Libretto von Le nozze di Figaro bekundet Da Ponte, Komponist und Textdichter hätten dem Publikum «ein sozusagen neues Genre des Theaters» (un quasi nuovo genere di spettacolo) darbieten wollen. Er sagte die Wahrheit: Hinter den burlesken Dienerfiguren, den typischen Maskeraden und Intrigen, den Machtspielen und Liebeleien dieser abgründigen Komödien, finden wir unglaublich genuine Charaktere, die über höchst plastische und individuelle Musiksprache verfügen.

In unserem Seminar werden wir diese vielschichtigen Figuren von Da Pontes Libretti studieren und eine Vielfalt der Arien- und Ensembleformen analysieren. Wir erfahren wie und wo Mozart die alten und neuen kompositorischen Stilmittel einsetzt und wie er die Elemente der opera seria und der opera buffa harmonisch vereint. Wir lernen die Elemente der Affektenlehre, machen uns mit diversen historischen Stimmentypen vertraut und diskutieren, wie die Tonarten-charakteristika und die Art der Instrumentierung die szenische Handlung oder die psychologischen Zustände der Protagonisten deuten und ergänzen können.

Die Begriffe: opera seria, opera buffa, dramma giocoso, recitativo secco, recitativo accompagnato, commedia dell’arte, Affektenlehre

Italienischkenntnisse sind von Vorteil, aber nicht erforderlich.

Literatur:
  • Edward Joseph Dent, Mozart's Operas: A Critical Study, Oxford University Press 1960.
  • William Mann, The Operas of Mozart, London 1977.
  • Lorenzo da Ponte, Geschichte meines Lebens. Mozarts Librettist erinnert sich, Frankfurt am M. und Leipzig 2005.
  • Charles Rosen, The Classical Style, London 1971.
  • Andrew Steptoe, The Mozart-Da Ponte Operas. The Cultural and Musical Background to Le nozze di Figaro, Don Giovanni and Così fan tutte, Oxford Clarendon Press 1988.

Seminar

Polnische Musik des Mittelalters und der Renaissance

Start: 26.04.2022
Tag: Dienstag 16:00–18:00
Raum: HS 1119
Zielgruppe:

Für alle Interessierten, Voraussetzung ist die abgeschlossene Einführungsveranstaltung der Musikhochschule. Wenn Sie die Veranstaltung besuchen möchten, wenden Sie sich bitte vorab an die Dozierenden.

Modul:
Abschluss:

Abschluss: benoteter Schein.

Was Das Seminar führt durch die früheste Musikgeschichte Polens und zeigt anhand verschiedener Repertoires wie vielfältig und kreativ das Musikleben zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert dort war. Wir beginnen im Jahre 1000 in Gniezno (Gnesen) mit dem Besuch des römischen Kaisers Otto III., der das Grab des ersten, schon in frühen Hymnen und Sequenzen besungenen Heiligen Polens, Adalbertus würdigte. Danach widmen wir uns den südlichen Klarissenklöstern, die Pariser Notre-Dame-Mehrstimmigkeit pflegten und lernen an der 1364 gegründeten Jagiellonen-Universität ausgebildete Musiker und Komponisten des königlichen Hofes in Krakau kennen.

Die Einzelsitzungen werden diversen Handschriften gewidmet sein, wie etwa das aus dem 15. Jh. stammende Manuskript Kras 52, welches einerseits eine intensive Auseinandersetzung mit italienischer und französischer Kunstmusik, und andererseits wertvolle Einblicke in die lokale Musikproduktion (Nicolaus Radom) offenbart. Wir werden das spätmittelalterliche Schlesien mit spannenden deutsch-polnisch-tschechischen Beziehungen und kulturellen Einflüssen kennenlernen, die sich in solchen Quellen wie dem Glogauer Liederbuch oder dem Neumarkter Cantionale widerspiegeln. Eine Sitzung widmen wir auch der instrumentalen Musik – den Lauten- und Orgeltabulaturen des 16. Jh.

Wir werden uns mit Persönlichkeiten wie dem Kosmopoliten Petrus de Grudencz - «cappellanus» am Wiener Hof der Habsburger - oder Venceslaus Schamotulinus beschäftigen, der als einer der bedeutendsten Renaissance-Komponisten Polens gilt, dessen Werke auch im Ausland (Nürnberg) gedruckt wurden. Wir werfen auch einen Blick auf das Polnische Psalter von Mikołaj Gomółka, das neben der etwas früheren Fassung des Genfer Psalters von Claude Goudimel, eine einzigartige komplette Vertonung des Psalters in der Renaissance darstellt.

Literatur:
  • Charles Brewer, “The Introduction of the Ars Nova into East Central Europe: A Study of Late Medieval Polish Sources”, PhD diss., City University of New York, 1984.
  • Robert Curry, “Fragments of Ars Antiqua Music at Stary Sącz and the Evolution of the Clarist Order in Central Europe in the Thirteenth Century”, PhD diss., Monash University, 2003.
  • Paweł Gancarczyk, “Memory of Genre: The Polytextual Motet in Central Europe and its Two Traditions”, in Sounding the Past: Music as History and Memory, hrsg. von Karl Kügle, Turnhout 2020, s. 141-155 https://doi.org/10.1484/M.EM-EB.5.122009.
  • Jürgen Heidrich (Hrsg.), Imitatio - Aemulatio - Superatio? Vokalpolyphonie des 15./16. Jahrhunderts in Polen, Schlesien und Böhmen, Jahrbuch für Renaissancemusik, troja 12 (2013) http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:6-35229784885.
  • Heribert Ringmann (Hrsg.), Christian Väterlein (Hrsg.), Das Glogauer Liederbuch, Das Erbe deutscher Musik 4 & 8 (Bärenreiter, Kassel 1936-1937) und 85 & 86 (Bärenreiter, Kassel/Basel/London 1981).