Musik und Natur/Klimawandel
Die Natur spielt in der Musikgeschichte schon lange eine wichtige Rolle sowohl als Inspirationsquelle für als auch als Gegenstand von Musik: Man denke nur an Vivaldis Jahreszeiten, Beethovens Pastorale oder Debussys La Mer. Jünger hingegen ist die Entwicklung, dass solche paradigmatischen Werke mit Naturbezug verstärkte Aufmerksamkeit im Rahmen von ›Klimawandelkonzerten‹ und damit gegenwärtiger Protestkultur erhalten. In dem Seminar soll es aber nicht nur um historische Beispiele und Vorbilder für kompositorische Perspektiven auf das Mensch-Natur-Verhältnis gehen, sondern besonders auch um zeitgenössische Kompositionen aus dem Bereich der neuen Musik, die sich explizit musikalisch mit den Folgen der Klimakrise befassen. Dabei erhalten wir Einblicke in die noch recht junge Forschungsrichtung der ›Ecomusicology‹ und diskutieren historische wie aktuelle Kompositionen mit Blick auf das Verhältnis von Musik und Natur/Klimawandel sowie von ›autonomer‹ Kunst und gesellschaftspolitischem Engagement.
- Beimdieke, Sara und Julian Caskel (Hg.) (2025), Musik und Klimawandel. Künstlerisches Handeln in Krisenzeiten, Bielefeld.