Improvisieren: Spontane Kreativität in Kunst und Alltag
Auf den ersten Blick verbinden wir mit dem Begriff „Improvisieren“ spontan wirkende Einfälle im Jazz oder im Improvisationstheater. Doch auch jenseits der Musik und des Theaters enthalten sprachliche Kommunikationsformen und zahlreiche Alltagssituationen improvisatorische Elemente: Auf Grundlage vorhandenen Wissens agieren wir in neuen Situationen und transformieren dabei in unserem Handeln althergebrachte Pfade. Ein differenzierter Blick verdeutlicht die Materialfülle und die Erfahrungsbasis, aus der sich diese spontanen Einfälle speisen. Für die Musik zeigt sich zudem, welche Bedeutung dem Improvisieren in verschiedenen Genres und über viele Jahrhunderte europäischer Musikgeschichte zukommt. Eine umfassende Definition ermöglicht es somit, Improvisieren als Bestandteil kreativen Schaffens generell zu verstehen, als Moment der Inspiration und Kommunikation in künstlerischen und wissenschaftlichen Zusammenhängen.
Die Ringvorlesung untersucht Improvisieren aus verschiedenen fachlichen Perspektiven und Facetten. Neben zehn Vorträgen von Mitgliedern des FZM und Gästen, die im Hörsaal des Musikwissenschaftlichen Seminars der Universität stattfinden, sind an fünf Montagabenden in der Hochschule für Musik Veranstaltungen mit improvisatorisch-musikalischen Darbietungen oder genreübergreifenden Performances geplant.