Musikgeschichte von 1600 bis 1850 im Überblick
Die Vorlesung gibt einen Überblick über die Musikgeschichte vom 17. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts – ein Zeitraum voller disparater historischer Ereignisse und gesellschaftlicher Wandlungsprozesse. Auch musikalisch kommt es zu zahlreichen Neuerungen: Im 17. Jahrhundert formen und etablieren sich Gattungen wie Oper, Oratorium, Konzert, Suite. Der durchgehende Generalbass wird bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts zum Fundament des Komponierens, die Affektenlehre hat zum Ziel, durch eine mit rhetorischen Figuren angereicherte Musik menschliche Emotionen unmittelbar auf die Zuhörer zu übertragen. Gleichzeitig prägt ein dicht gewobener polyphoner Kontrapunkt etwa die Werke von Bach. Nach einer Übergangsphase (umschrieben mit Begriffen wie „Empfindsamkeit“ oder „Sturm und Drang“) sind es namentlich die Komponisten Haydn, Mozart und Beethoven, die im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts zur Herausbildung eines „klassischen“ Stils beitragen. Doch bereits in den Jahren um 1800 dringt, ausgehend von der gleichnamigen literarischen Bewegung, die „Romantik“ auch in die Musik ein und öffnet die Tore zu einer immer (klang)farbenreicheren Harmonik, die im Verlauf des 19. Jahrhundert mit konstanter Besetzungssteigerung einhergehen wird.
Ausgewählte musikalische Beispiele, welche im sozialen und historischen Kontext ihrer Entstehungszeit betrachtet werden, sollen die Entwicklung der europäischen Musik von 1600 bis ca. 1850 verdeutlichen.