Seminar
Sommersemester 2026

Licht und Farbe in der Musik

Fachbereich: Musikwissenschaft
Anmeldeverfahren: Anmeldung per E-Mail an stefanie.steiner-grage@muwi.uni-freiburg.de.
Unterrichtszeitraum: 21. April 2026 bis 21. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
Wöchentliche Termine: Dienstag 12:15 bis 13:45 Uhr, Kollegiengebäude I, Raum 1119  |  Hinweis: Eine aktive und regelmäßige Teilnahme wird vorausgesetzt. Es sind maximal zwei Fehltermine zulässig.
Abschluss: ein benoteter Schein: Referat + Hausarbeit; ein unbenoteter Schein: Referat

Was vielleicht auf den ersten Blick nicht unbedingt nahe verwandt wirkt – Licht und Farbe in der Musik – erweist sich bei näherer Betrachtung als elementarer, bislang wenig in den Blick genommener Baustein kompositorischen Schaffens. Seit der Antike wurde nach gemeinsamen Wurzeln oder Verbindungslinien zwischen den „Schwesterkünsten“ gesucht, später drangen metaphorische Umschreibungen in die Begriffswelt ein (etwa Klangfarbe, helle und dunkle Instrumentierung), Farbclaviere oder gar Farborgeln wurden entworfen und konstruiert. Die Entstehung des Lichts aus Chaos und Dunkelheit („Fiat lux“) fasste schon Joseph Haydn im Oratorium Die Schöpfung (1798) in eine effektvolle Klangszenerie.

In der Zeit der Romantik strebte man nach dem Ideal der Verschmelzung aller Künste; Wagners Musik ist von Farb- und Lichtmetaphern durchdrungen (Eckart Kröplin betitelte seine 4-bändige Dokumentation über Synästhesien von der Romantik bis zur Moderne gar mit Richard Wagner – Musik aus Licht). Gleichzeitige Sinneswahrnehmungen („Synästhesien“) wurden immer wieder kompositorisch ausgelotet (z.B. von Olivier Messiaen) und Maler schufen Bilder wie „Komposition in Blau“ (Wassily Kandinsky). Ziel des Seminars ist, ein tieferes Verständnis für eine alternative, bislang unterrepräsentierte Denkart jenseits der herkömmlichen chronologischen Epochengliederung zu bekommen.