Bart´ók, Stravinskij, Schönberg: Das Streichquartett in der klassischen Moderne
Seit Beethoven besitzt das Streichquartett den Nimbus einer "Königsgattung" der Kammermusik. Im frühen 20. Jahrhundert hat es diese Bedeutung noch nicht verloren - im Gegenteil: Bei zahlreichen Komponist:innen sind Streichquartette Schlüsselwerke ihres Oeuvres. Im Seminar wollen wir sowohl bekannte als auch weniger bekannte Kompositionen betrachten und ihre unterschiedlichen Poetiken und die jeweiligen kulturellen Kontexte, denen sie entstammen, miteinander vergleichen. Wie unter einem Brennspiegel werden dabei oft zentrale Charakteristika der klassischen Moderne sichtbar, wodurch das Seminar auch für Nicht-Streicher interessant sein kann. Ziel ist es, das Wechselspiel zwischen Ästhetik, Kultur- und Kompositionsgeschichte zu verfolgen; ein inhaltlicher Fokus wird dabei auf der musikalischen Analyse liegen.
Dieses Seminar gilt nicht als Einführung in die Musikwissenschaft. Literatur und Materialien werden zum Teil online bereitgestellt. Das Seminar kann als musiktheoretisches oder musikwissenschaftliches Seminar belegt werden.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Finscher, Ludwig: Artikel "Streichquartett", in: MGG online
Krummacher, Friedhelm: Das Streichquartett. Teilbd. 2 : Von Mendelssohn bis zur Gegenwart, Laaber 2003
Fanning, David: Shostakovich : string quartet no. 8, Aldershot 2004
Obert, Simon (Hrsg.): Wechselnde Erscheinung : sechs Perspektiven auf Anton Weberns sechste Bagatelle, Wien 2012
Antokoletz, Elliott: The music of Béla Bartók : a study of tonality and progression in twentieth-century music, Berkeley 1984
Obert, Simon: Musikalische Kürze zu Beginn des 20. Jahrhunderts, Stuttgart 2004
Jones,Evan: Intimate voices : the twentieth-century string quartet, Rochester 2009