Seminar
Sommersemester 2026

Populäre Musik in Deutschland von 1945 bis zur Beat-Welle

Fachbereich: Musikwissenschaft
Anmeldeverfahren: Anmeldung per E-Mail an knut.holtstraeter@zpkm.uni-freiburg.de.
Unterrichtszeitraum: 23. April 2026 bis 23. Juli 2026  |  2 Semesterwochenstunden
Wöchentliche Termine: Donnerstag 10:15 bis 11:45 Uhr, Sonstige Gebäude, Seminarraum des "Zentrum für Populäre Kultur und Musik" (Rosastraße 17-19)  |  Hinweis: Eine aktive und regelmäßige Teilnahme wird vorausgesetzt. Es sind maximal zwei Fehltermine zulässig.
Abschluss: ein benoteter Schein: Referat + Hausarbeit; ein unbenoteter Schein: Referat

In diesem Seminar soll ein Überblick über die populäre Musik in Deutschland von 1945 bis zur sog. Beat-Welle gegeben werden. Die Geschichte der populären Musik in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg ist einerseits durch die Befreiung und Besatzungszeit der Alliierten und der Sowjetunion gekennzeichnet, zum anderen aber auch durch die weiterhin bestehende Einheit als Sprach- und Kulturraum sowie als (teilweise) gemeinsamer Wirtschaftsraum. Der Einfluss der USA, Frankreichs, Großbritanniens, aber auch des Ostblocks, lässt sich in vielfältiger Weise musikalisch nachvollziehen.

Dass die Befreiung Nazi-Deutschlands durch die vier Kriegsmächte keineswegs als „Stunde Null“ zu bezeichnen ist, wird an Biographien vieler Musiker deutlich, die die Entnazifizierung schadlos überstanden haben und im neuen Staatengefüge ihre Tätigkeit einfach fortführen konnten. Ebenso sind die musikstilistischen Brüche vor und nach 1945 nicht so groß, wie die Zeitläufte suggerieren.

Die Musikgeschichtsschreibung der Nachkriegszeit steht stark unter der Dichotomie Subkultur und Mainstream. Dies lässt sich auch an Musikstilen wie dem Swing, dem Jazz, dem Rock’n’Roll, dem Blues, dem Chanson, dem Skiffle und anderen musikalischen Genres beobachten. Über all dem steht als feste Größe und Richtmaß der Schlager, das wandelbare deutsche Musikgenre, dessen industrieller Komplex alle neuen Strömungen aufzunehmen und für die deutsche Gesellschaft umzuwandeln wusste.

Die Beat-Welle aus Großbritannien bietet sich für das Seminar als klarer musikstilistischer und gesellschaftlicher Endpunkt der Beobachtung an, denn mit der Beat-Musik scheinen sich die Jugendkulturen nun vollends als Subkulturen zu begreifen und von der Unterhaltungsmusik und vom Schlager abzugrenzen. Dennoch ist es sinnvoll, die Beatmusik und ihren Einfluss auf den Musikmarkt bzw. den Mainstream bis Ende der 1960er Jahre zu verfolgen.

Anhand von bekannten (und unbekannteren) Musiker*innen und an der Musikkultur Beteiligten und Institutionen wie Plattenlabels sowie Radio- und Fernsehsender soll ein Kaleidoskop entwickelt werden, welches einerseits die Musik in ihrem künstlerischen und kulturellen Gehalt wertschätzt und andererseits ihre Eingebundenheit in die ökonomischen, politischen und sozialen Entwicklungen der damaligen Zeiten berücksichtigt.