Vorhaltsquartsextakkord

Entstehung

Entstanden ist der Vorhaltsquartsextakkord dadurch, dass die Synkopendissonanz der Quarte in einer anderen Stimme in Parallelbewegung (Terz über der Quarte oder Sexte unter der Quarte) begleitet wird:
In der Vierstimmigkeit wird in der Regel der Basston verdoppelt. Die Quarte wird nicht verdoppelt, da sie eine Dissonanz ist.

Weiterentwicklung

Im 18. Jahrhundert (und darüber hinaus) wird die Quarte, wenn sie von einer Sexte begleitet wird, auch unvorbereitet eingeführt, meist nach einem Schritt abwärts, seltener auch nach einem Sprung. Diese Quarte kann also als [[Semidissonanzen I. Oder: Von der Geburt des "Dominantseptakkords"|Semidissonanz]] behandelt werden.
Typische Kadenz im klassischen Menuett (z.B. Haydn, Hob. XVI:3, 8, 10, 12)
Komponisten des späten 18. Jahrhunderts (und darüber hinaus) führen die Quarte entgegen ihrer herkömmlichen Richtung gelegentlich auch aufwärts.
Diese besondere Fortschreitung kann so verstanden werden, dass sich die Dissonanz in einer anderen Stimme auflöst. Solche Verfahrensweisen werden bereits im 17. Jahrhundert als Heterolepsis bezeichnet. So betrachtet, erfolgt im folgenden Beispiel die Auflösung der Quarte f' zu Beginn von T. 2 in Vl. 1 in das e' in Vl. 2:
Mozart, Streichquartett in d-Moll KV 421, 2. Satz

Siehe auch

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